Noch kein Jahr alt, aber bereits viersprachig.

Zuhörerei: Notiz Nummer 5

Sie sind noch frisch in der Stadt. Hergezogen mit ihrem kleinen Baby, das jetzt knapp ein Jahr alt zufrieden im Wagen sitzt. Er kennt Uster, hat vor 15 Jahren schon mal hier gelebt, ist dann aber weggezogen. „Ich habe mich hier nie daheim gefühlt“, erzählt er mir. Jetzt ist das anders: Ihm gefällt, dass wir hier auf der Strasse das Gespräch suchen, den Menschen mit der Zuhörerei zuhören: „Die Stadt hat sich gut entwickelt. Wir wurden hier gut aufgenommen“, sagt er. Sie sagt: „Für Familien mit Kindern ist es hier sehr schön.“ „Wo kommt ihr denn eigentlich her“, frage ich die beiden, die gut Deutsch sprechen aber mit ganz unterschiedlichen Akzenten. „Ich aus Belgien“, sagt er. „Ich aus Spanien“, sagt sie. Er spricht mit dem Baby flämisch. Sie spricht mit dem Baby spanisch. „Und wie sprecht ihr untereinander?“, frage ich. „Englisch.“ „Unser Kind wächst viersprachig auf. In der Krippe wird ja Deutsch gesprochen,“ sagt sie. Und sie fügt bei: „Wir sind extrem gespannt, wie das tönt, wenn die Kleine dann zu reden beginnt.“

Beatrice Stebler, notiert in der Zuhörerei im Stadtpark

Nahaufnahme einer Hand, die aufschreibt. Auf dem Tisch die Anschrift Zuhörerei und zwei kleine rote Stühle